Planung der Einkommensteuer

 

Stempel Einkommensteuer klein
Wer Gewinn macht kommt um die Einkommensteuer nicht herum

Hallo und guten Tag, herzlich willkommen zum zum neuen Blog-Artikel aus der Reihe „Friseurbetriebe erfolgreich führen mit Kennzahlen“. Heute geht es um die Planung Ihrer Einkommensteuerzahlung.

Umsatz minus Kosten ist gleich Gewinn. So weit, so gut. Wenn Sie meine Podcasts hören und schon auf meinem Seminar waren wissen Sie, dass wir in unserem Unternehmen einen Vorsteuergewinn von zehn Prozent anpeilen. Der Vorsteuergewinn wird so definiert: Das Geld das nach Abzug aller Kosten, also auch inklusive der Privatentnahme des Unternehmers, bleibt, um Steuern, Zinsen und Abschreibungen zu bezahlen. Steuern mögen wir nicht. Niemand mag sie, aber jeder will die höchstmögliche Effizienz seines Staates geniessen, und weil diese Effizienz nun finanziert werden will müssen wir eben Steuern bezahlen. Auch wenn wir mit der Verpflichtung an sich und mit der Verwendung danach nicht immer einverstanden sind. Da wir diese Situation aber nicht ändern können, müssen wir sehen, wie wir unsere Steuerzahlungen so organisieren, damit wir mit dem Finanzamt keinen Ärger bekommen.

Gewinn muss versteuert werden

Wer Gewinn macht muss Steuern bezahlen. Punkt. Gespräche ums Steuer sparen? Bitte nicht. Wer den besten Steuervermeidungstipp hat mag der Held am Stammtisch sein. Aber lassen Sie sich gesagt sein: Es erwischt jeden. Irgendwann. Wir haben ein besseres Leben wenn wir intelligent mit der Steuersituation umgehen. Schwarzgeld zu machen, um Steuern zu sparen, ist größtmöglicher, weil geschäftsschädigender Blödsinn. Je vernetzter wir werden, desto durchsichtiger werden wir. Die „Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU)“ regeln bei einer Betriebsprüfung den Zugriff auf Daten, die in unseren Systemen gespeichert sind. Der Prüfer darf unsere Daten lesen, kann bei Bedarf auf Auswertungen zugreifen und er kann die Aushändigung der Daten auf einem Datenträger verlangen. Unser bester Schutz als Steuerzahler deshalb: Je mehr wir über die finanzrechtliche Seite wissen, desto vorausschauender können wir reagieren. Mein Tipp: Planen Sie Ihre Steuerzahlungen vorausschauend, dann leben Sie ruhiger.

Planung der Einkommensteuer

Wie plant man Steuerzahlungen? Es gibt sieben Einkunftsarten für die Ermittlung von Einkommen. Ich konzentriere mich in diesem Podcast nur auf die Einkünfte für Selbstständige aus Gewerbebetrieb, und ich berücksichtige weder Einkommen aus Vermietung oder Geldanlage.

Wenn Sie Ihren Betrieb schon einige Jahre führen, legt das Finanzamt für das kommende Jahr den Gewinn des Vorjahres als Berechnungsgrundlage für die Vorauszahlungen fest. Bei Neugründern ist das anders, sie müssen nicht voraus zahlen, weil es noch keine Berechnungsgrundlage gibt. Neugründern empfehle ich, auf jeden Fall monatlich eine feste Summe auf einem Rücklagenkonto zu parken, damit Sie bei der Nachberechnungen der Steuer und den sich daraus ergebenden Vorauszahlungen nicht in finanzielle Schwierigkeiten kommen. Wenn Sie zu der Sorte Unternehmer gehören, die diesen, ich gebe es zu, unerfreulichen Gedanken weit von sich schieben, dann muss ich Ihnen sagen: Es gibt keine Gnade für Sie. Im schlimmsten Fall sind Sie insolvent, wenn Sie Ihre Steuerschuld nicht begleichen können. Ein zweiter, sehr unangenehmer Fakt ist der, dass Ihnen Ihre Hausbank ganz gewiss keinen Kredit für eine Steuernachzahlung gewährt. Unternehmerische Nachlässigkeit wird nicht unterstützt. Wenn das Kind schon im Brunnen liegt hilft jammern nicht, voraus planen aber schon.

Vorauszahlungen

Gehen wir also davon aus, Sie haben Ihren Betrieb schon einige Jahre. Das Finanzamt legt die Vorauszahlungen für das kommende Jahr fest, fordert aber noch eine hohe Nachzahlung. Dann hat Ihr Steuerberater geschlafen. Sie sollten ihn wechseln. Nachzahlungen lassen sich verhindern, wenn Ihr Steuerberater die Quartals-Vorauszahlungen jeweils auf die Richtigkeit der voraus zu bezahlenden Summe prüft. Kurze Erklärung: Ihre Einkommensteuer ist immer zum 15. März, 15. Juni, 15. September und 15. Dezember fällig. Durch einen kurzen Blick auf die Gewinnentwicklung sieht Ihr Steuerberater, ob Sie pro Quartal zu wenig oder zu viel vorausbezahlen. In beiden Fällen kann er die Vorauszahlung anpassen lassen. So haben Sie immer eine angeglichene Vorauszahlung und damit die Sicherheit, keine oder nur eine sehr geringe Nachzahlung leisten zu müssen. Sie kommen um die Zahlung der Einkommensteuer sowieso nicht herum, egal wie lange Sie die Begleichung mit Hilfe Ihres Beraters in die Zukunft zu schieben versuchen. Irgendwann wird die Steuer fällig und Sie werden das notwendige Geld dann nicht haben, denn hätten Sie es zum regulären Fälligkeitsdatum gehabt, hätten Sie ja nicht schieben müssen. Mit der Steuerplanung beweisen Sie unternehmerischen Weitblick und der wird bei der Bank und beim Finanzamt gerne gesehen.

Sorgenfreie Betriebsprüfung

Vor zwei Jahren hatten wir eine große Betriebsprüfung. Es ist schon ein angenehmes Gefühl wenn der Prüfer spontan und ohne Vorankündigung willkürlich drei Tagesberichte aus dem Prüfungszeitraum ausgedruckt haben möchte, und ich genau weiß, dass er nichts finden wird, weil alles sauber abgerechnet und verbucht ist. Das Ergebnis der Prüfung ergab eine Nachzahlung in Höhe von 1500 Euro auf die geprüften drei Jahre. Muss ich mich darüber aufregen? Nein, ich freue ich, dass wir vorausschauend geplant und exakt gebucht haben. Lassen Sie sich von neunmalklugen Lautsprechern mit dubiosen Steuerspartipps nicht verunsichern und planen Sie lieber gut, dann haben Sie mehr vom unternehmerischen Leben.

Andere Steuerarten

Die anderen Steuerarten wie Lohnsteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuer behandle ich in separaten Podcasts. Zur Gewerbesteuer die wichtigste Information vorab: Die Gewerbesteuer wird mit Ihrer Einkommensteuerschuld verrechnet, Sie verlieren dieses Geld also nicht. Der Nachteil dabei ist eben, dass Sie diese Verrechnung halt erst einmal vorfinanzieren müssen. Würde ich aber die Gewerbesteuer nicht bezahlen müssen, wäre die Einkommensteuer um eben diesen Gewerbesteuerbetrag höher. Sparen würde ich also nichts.

Wenn Sie mögen können Sie gerne mein Seminar „Friseurbetriebe erfolgreich führen mit Kennzahlen“ am 17.9.2017 in Esslingen besuchen. Sie erfahren wie ein effektives Kennzahlensystem aussehen kann, und ich stelle die in Kooperation mit unserem Steuerberater Björn Malig entwickelte Friseur-BWA vor. Es geht um die Kalkulation von Farbdienstleistungen und die erhellende Einsicht, dass viele Friseure mit der Haarfarbe kein Geld verdienen. Sie werden nach dem Seminar viele Belange rund um Ihre Zahlen mit anderen Augen sehen. Zahlen zu beherrschen ist keine Raketentechnik, jeder kann das lernen und dabei möchte ich Ihnen helfen.

Anmelden können Sie sich unter www.friseur-kennzahlen.de. Ich freue mich sehr darüber wenn wir uns in Esslingen persönlich kennenlernen. Bis dahin wünsche ich Ihnen einen schönen Sommer. Bleiben Sie gesund und bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Peter Gress

Stars und Diven verhindern Wachstum

 

Heute geht es um Stars im Salon. Jeder von uns möchte die leistungsfähigsten und kreativsten Mitarbeiter haben. Aber sind Stars im Salon wirklich nützlich? Ich behaupte, Stars und Diven sind nicht gut für den Betrieb. Sie ziehen zu viel Aufmerksamkeit auf sich, binden Produktivität, sie sind anstrengend und, je nach charakterlicher Ausrichtung, demotivierend für das gesamte Team. Nur in absoluten Ausnahmefällen sind sie gute Führungskräfte, denn sie sind vornehmlich an sich selber und an ihrem Weiterkommen interessiert. Oft sind sie launisch, zickig und sie polarisieren. Dadurch belasten sie das Team dauerhaft und sind deshalb kontraproduktiv für eine entspannte und kreative Arbeitsatmosphäre.

Solche Stars sind eine Belastung. Höchstleister mit Charakter, Teamgeist und klarer Zielsetzung dagegen sind sie absolute eine Bereicherung für das Team. Aber diese Mitarbeiter stehen normalerweise nicht zur Verfügung, denn sie haben bereits einen gut dotierten Job oder sie sind eben selbstständig. Die „Optimierte Mittelmäßigkeit“ die ich hier anspreche, ist deshalb zielführender als ein Superkönner, der vielleicht auch nur deshalb zum Superkönner wird, weil der Rest des Teams nicht gut genug entwickelt ist. Von dieser Seite aus muss man das Problem Star auch mal beleuchten. Das Wort Mittelmäßigkeit und seine Bedeutung hören und fühlen sich ungut an, denn wir wollen ja Premiumleistung produzieren. Bevor wir aber meinen Begriff der „Optimierten Mittelmäßigkeit“ vorschnell wegschieben, müssen wir folgendes analysieren: Was ist Premium überhaupt? Wo beginnt für uns Minderleistung und ab wann und unter welchen Gesichtspunkten ist Leistung überhaupt exzellent? Zwischen den Definitionen von Minderleistung und Exzellenz lebt und atmet das Mittelmaß. Aus einem hohen Leistungsmittelmaß erwachsen die wirklichen Höchstleister. Ein hohes Mittelmaß für alle Teammitglieder zu schaffen ist deshalb die wirkliche unternehmerische Herausforderung.

Als Unternehmer strebe ich einen hohen Leistungsstandard für meine Mitarbeiter an. Wie erreiche ich das? Indem ich systematisiere. Meine Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass sich Leistung überhaupt erst entwickeln kann. Im Normalfall besteht ein Team aus erfahrenen Mitarbeitern, aus Nachwuchskräften und aus den Auszubildenden, die wir für unsere betriebliche Zukunft brauchen. Durch diese Verteilung im Team entsteht automatisch ein Leistungsgefälle nach unten. Wenn ich mein Team nach klar definierten, qualitativ und nutzenorientierten Unternehmenszielen systematisch entwickle, ist das Leistungsgefälle der erfahrenen Mitarbeiter eher klein. Spezialisierung minimiert das Gefälle noch weiter. Der Kundennutzen wird noch höher, weil die Eindringtiefe stark zunimmt. Die Herausforderung ist es, die Nachwuchskräfte meines Teams parallel fachlich und charakterlich gezielt und innerhalb eines zeitlich festgelegten Rahmens systematisch zu entwickeln.

Stars machen gerne ihre eigenen Regeln, sie widersetzen sich jeder Systematik. Ich kann aber keine Fremdinteressen in meinem Betrieb gebrauchen. Wir müssen die Mitarbeiter aus einer anspruchsvollen Ausbildung heraus in ein hohes Mittelmaß und weitergehend zum Höchstleister entwickeln. Und wieder sind hier die Stars im Weg. Sie sind zwar aus sich selbst heraus motiviert, fügen sich aber den Zielen des Unternehmens nicht. Sie schaffen es meist, dem Team ihren Stempel aufzudrücken und dann wird das sehr gefährlich, denn wenn ich hier die Kontrolle verliere habe ich die Hoheit über meinen Betrieb verloren.

Fazit: Durch eine anspruchsvolle Ausbildung wird ein hohes Mittelmaß erreicht, woraus sich wiederum teamfähige Höchstleister entwickeln können.

Ich würde diesen und weitere Gedanken sehr gerne mit Ihnen in meinem Seminar „Friseurbetriebe erfolgreich führen mit Kennzahlen“ am 25.6.2017 in Esslingen weiterführen. Informationen und die Anmeldung finden Sie unter www.friseur-kennzahlen.de. Wenn Sie regelmäßig Informationen über Kennzahlen und Führung bekommen möchten können Sie dort auch den Newsletter abonnieren.

Ich freue mich auf Sie.

In diesem Sinne, bleiben Sie gesund und bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Peter Gress

Lohnerhöhung selbst bestimmt

Heute erzähle ich Ihnen etwas darüber, wie Ihre Mitarbeiter ihren Lohn selber bestimmen können, und von welchen Umständen es abhängt, dass das funktioniert.

Meine Vorannahme ist die, dass jeder von Ihnen mindestens tarifliche bis übertarifliche Löhne bezahlt und die Mitarbeiter über ein Provisionsmodell an ihrem Umsatz beteiligt sind. Warum ist das wichtig? Jeder Mensch, also auch Ihre Mitarbeiter, sind erfolgsgetrieben. Sie wollen Anerkennung, gute Bezahlung, in ein funktionierendes Team eingebunden sein und sie erwarten ein klares Unternehmenskonzept, in dem sie sich wiederfinden. Damit sind schon alle Grundvoraussetzungen erfüllt, damit das Arbeitsleben im Salon produktiv ist. Wenn sie darüber hinaus noch für ein inspirierendes Arbeitsumfeld sorgen kann gar nichts mehr schief gehen.

Ich erzähle über Erfahrungen und Systeme die in unserem Betrieb funktionieren und die sich über die Jahre bewährt haben. Ein Unternehmen mit Kennzahlen zu führen ist immens wichtig. Das müssen Sie aber selber initiieren, Ihr Steuerberater hilft Ihnen dabei nicht automatisch. Er muss seine Informationen von Ihnen bekommen. Sie müssen ihm sagen wie er die Zahlen in der BWA darstellen soll, damit Sie mit wenigen Blicken sehen, wie es um Ihren Betrieb bestellt ist. Also verabschieden Sie sich von falschen Erwartungen an Ihrem Steuerberater, denn er kann nicht wissen was Sie brauchen, wenn Sie es ihm nicht sagen. Sie sprechen in der Beratung schließlich auch mit Ihren Kunden, um von ihnen all die Informationen zu erhalten, die Sie in die Lage versetzen, eine passgenaue Leistung abzuliefern.

Um gute Löhne zahlen zu können und den Betrieb so produktiv wie möglich auszurichten, brauchen Sie Kunden. Nicht für sich selbst, sondern vor allem für Ihre Mitarbeiter. Wenn Sie selber zu viele Kunden bedienen und Ihre Mitarbeiter zu viel Leerlauf haben, dann stimmt vielleicht der Umsatz am Ende des Tages. Aber es ist nicht der Sinn eines Unternehmens, dass der Chef viel arbeitet, damit er sich die unproduktiven Zeiten seiner Mitarbeiter leisten kann. Ich denke anders herum: Ich nehme mir mehr Zeit, um Kunden zu gewinnen, die meine Mitarbeiter produktiv machen, und arbeite selber weniger am Kunden. So herum rechnet die Formel. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass ich als Chef dafür verantwortlich bin, dass Kunden in den Salon kommen. Das ist meine wichtigste Aufgabe als Unternehmer.

Im Gegenzug sind meine Mitarbeiter dafür verantwortlich, dass sie die Kunden wieder in den Salon zurück bringen. Das versteht sich von selbst. Können meine Mitarbeiter die benötigten Leistungen zur Kundenbindung nicht erbringen, dann muss ich sie schulen, bzw. schulen lassen. Wenn sie dann immer nicht in der Lage sind, ihre Kunden zu binden, dann sind es nicht die richtigen Mitarbeiter für mich. Denn es macht definitiv keinen Sinn, von einem Menschen etwas zu verlangen, das er offensichtlich nicht erbringen kann.

Aber kommen wir zurück zum Thema. Wenn alle betrieblichen und persönlichen Voraussetzungen passen steht der eigenen Lohnerhöhung nichts mehr im Weg. Wie es funktioniert und was müssen Sie dafür tun müssen beschreibe ich Ihnen im Folgenden:

Ein Beispiel: Unsere Mitarbeiter müssen ihren Grundlohn viermal umsetzen. Nehmen wir mal an, eine Meisterin verdient 2.500 Euro, dann muss sie im Monat 10.000 Euro mit Dienstleistungen umsetzen bevor sie Provision erhält. Im Jahr sind das das 120.000 Euro Umsatz. Gesetzt den Fall sie erarbeitet 130.000 Euro Umsatz, dann hat sie eine Übererfüllung von 10.000 Euro. Nun kann sie sich für das folgende Jahr maximal 60 Prozent des Überschusses, also 6.000 Euro, durch zwölf Monate teilen und sich selber eine Lohnerhöhung von 500 Euro pro Monat zuteilen. Sie kann sich aber auch weniger genehmigen, wenn sie nicht sicher ist, dass sie den höheren Pflichtumsatz im folgenden Jahr nicht erreichen kann.

Nach der Lohnerhöhung über 500 Euro hat sie nun einen Bruttolohn von 3.000 Euro. Das bedeutet einen geforderten Mindestumsatz von 12.000 Euro pro Monat, um ihr Soll zu erfüllen. Durch die Ganzjahresbetrachtung, also der Jahreszielplanung, kann fehlender Umsatz in einem Urlaubsmonat oder einer Krankheitheitszeit in den anderen Monaten ausgeglichen werden. Stichtag der Berechnung ist immer der 31.12. eines Jahres.

Und nun die Frage, die Ihnen wahrscheinlich jetzt auf den Lippen liegt: Was mache ich, wenn die Mitarbeiter den geforderten Jahresumsatz nach der Lohnerhöhung nicht erreichen? Das passiert praktisch nicht, denn die restlichen 40 Prozent des Jahresüberschusses dienen als Puffer. Darüber hinaus gehen wir davon aus, dass jeder Mitarbeiter folgende geforderte Maßnahmen zielstrebig umsetzt, um seine Kunden wieder in den Salon zu bekommen: 1. Gute Beratung mit Cross-Selling für einen höheren Dienstleistungsumsatz, 2. Vorausbuchung für den Verkauf von Terminen im Salon, 3. Produktverkauf und 4. den Farbanteil. Sind alle diese Maßnahmen abgedeckt ist das erreichen des Vorjahresumsatzes kein großes Problem. Natürlich, das gebe ich zu, lastet mehr Druck auf den Mitarbeitern. Aber das halte ich für legitim, denn ich sehe es nicht als meine Aufgabe an, eine automatische Vollversorgung ohne Gegenleistung zu garantieren. Die Gegenleistung ist in diesem Fall der höhere Druck, die Kunden mit all den zur Verfügung stehenden Maßnahmen an den Salon zu binden.

Ein paar Sätze noch zu meinen Anforderungen an die Mitarbeiter: Es ist für mich ein wichtiger Prozess, dass meine Mitarbeiter die Ziele des Unternehmens kennenlernen. Sie müssen lernen, dass der Erfolg eines Friseurunternehmens nicht nur von den Handlungen des Chefs abhängt, sondern in einem überaus wichtigen Maß vom Engagement und der Motivation der Mitarbeiter selber. Ich biete das Umfeld, den Status und das Preisniveau mit dem meine Mitarbeiter ihre Umsätze realisieren und dadurch mehr Geld verdienen können. Ein erfolgreicher Salon ist eine sehr, sehr fein justierte Waage die sehr, sehr leicht aus der Balance kommen kann wenn die Menschen darin nicht in höchstem Maße kundenorientiert denken.

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Öffnung von Kosten- und Umsatzkennzahlen zu mehr Verständnis für das Zusammenspiel der Vorgänge in einem Salonunternehmen führt. Offene Bücher bedeuten natürlich nicht, dass jeder Mitarbeiter weiß, was seine Kollegen oder gar der Chef verdienen. Es ist aber extrem hilfreich wenn Mitarbeiter wissen, wie viel Material maximal im Kabinett verbraucht werden darf, wie hoch der Umsatz im Verkauf sein muss, damit sich das Warenlager finanziert, was Weiterbildungen kosten und was sie langfristig gesehen bringen müssen, wieviel Prozent Gewinn das Unternehmen mindestens machen muss, damit Investitionen zur Zukunftssicherung getätigt werden können. Mitarbeiter sollen wissen wie sich die laufenden Kosten zusammensetzen und welche Möglichkeiten wir haben, um diese Kosten positiv zu beeinflussen. Und sie müssen wissen, dass ein Unternehmen nur eineinziges Ziel hat, nämlich Gewinn zu machen. Wir haben Spaß bei der Arbeit, aber wir führen unser Unternehmen nicht zum Spaß. Das ist ein extrem wichtiger Unterschied. Meine Aufgabe als Chef ist es daher, meinen Mitarbeitern diesen Unterschied vollkommen klar zu machen. Und das funktioniert, Sie müssen es allerdings ständig kommunizieren und vorleben.

Mit der eigenen Lohnerhöhung übergeben wir den Mitarbeitern viel Selbstverantwortung, denn sie werden am Ende des Jahres ganz klar an ihrer Leistung gemessen. Mit den Zahlen ist es wie im richtigen Leben, alles was ich mache fällt auf mich zurück.

Wenn Sie Lust auf mehr Kennzahlen und deren positive Beeinflussung haben, dann würde ich mich sehr freuen, wenn Sie zu meinem Seminar „Friseurbetriebe erfolgreich führen mit Kennzahlen“, am 25.6.2017 nach Esslingen kommen. Ich habe nicht nur die Kennzahlen im Gepäck, sondern viele Ansatzpunkte, mit denen Sie Ihre Kennzahlen positiv beeinflussen können. Genannt seien die Spendit Karte zur cleveren Bezahlung von steuerfreien Zuwendungen, ein Rechnungsmodell für die Eindämmung des Verbrauchs von Kabinettware, ein Kalkulations-Chart für die Haarfarbe und ein cleveres Modell für ein Mitarbeiter-Meeting zur Einführung der Kennzahlen im Unternehmen. Und das Wichtigste: Ich stelle Ihnen einen neuen Friseur-Kontenrahmen mit integrierten Kennzahlen für die BWA vor, mit dem Sie auf zwei Blättern sehen, wo Sie mit Ihrem Unternehmen im laufenden Geschäftsjahr stehen.