Ausbildungsgenossenschaft – ein Weg aus der Krise? - Peter Gress

Ausbildungsgenossenschaft – ein Weg aus der Krise?

Wir stellen fest, dass die Wissensvermittlung in der Schule nicht dem Stand entspricht, den Unternehmen heute benötigen. Da wir keine anderen Schüler bekommen, müssen wir uns mit der Situation abfinden, und die, nehmen die da sind, weil es eben keine anderen gibt. Die Schulpolitik interessiert mich heute nur zweitrangig, es geht um die aktuelle Situation des Mangels an fähigen Auszubildenden. Dass eine verfehlte Schulpolitik für den derzeitigen Zustand an Bildungsmangel mitverantwortlich ist, liegt auf der Hand. Mein Enkel geht in die ersten Klasse, er lernt schreiben nach Gehör, und meine Tochter darf die Schreibfehler nicht verbessern. Wer kann denn das gutheißen? Das führt langfristig dazu, dass wir Lehrer bekommen, die selber nicht richtig schreiben können und diesen Missstand an ihre Schüler weiter geben. Lesen sie Facebook-Posts und erfahren sie, wie schmerzhaft es ist, einen Text zu lesen, der elendig viele Rechtschreibfehler beinhaltet, Groß- und Kleinschreibung durcheinander bringt und nahezu keine Interpunktion aufweist.

Unternehmerische Eigeninitiative
Unser unternehmerisches Bestreben muss es sein, die jungen Menschen auf eigene Faust weiter zu bilden. Wenn wir darauf hoffen, dass die Schule, die Eltern, die Gesellschaft dafür sorgen, dass wir gut ausgebildete Schüler bekommen, dann können wir unseren Bedarf noch weniger decken als bisher. Welche Lösungen aber bieten sich an?

Beispiele
Kleinere Betriebe könnten sich zu Ausbildungsgenossenschaften zusammenschließen. Hier ein Beispiel der Dienstleistungsgärtner.

Zum Thema Ausbildungsgenossenschaften noch einige Gedanken von Prof. Dr. Dieter Lenzen, Präsident der Freien Universität Berlin.

und ein Artikel über die Gefahr, dass die Universitäten zukünftig zu Berufsschulen werden

Ausbildungsziel
Die ausbildenden Unternehmen müssen für sich selbst festlegen, was sie mit ihrer Ausbildung erreichen wollen. Wenn es das Ziel ist, selbstständig denkendes, fachlich und menschlich hoch qualifiziertes Fachpersonal heran zu ziehen, dann erreichen wir das nicht, indem wir die bekannten und ausgetretenen Pfade weiter gehen. Bezogen auf den Pfad bleibt ein totes Pferd tot. Zum oben genannten Ziel sage ich: Es gibt überhaupt keine Alternative zur unternehmensbasierten Allgemeinbildung.

Grundbildung
Wenn ich meine Mitarbeiter frage, was zehn Prozent eines Betrages sind, dann brauchen sie einen Taschenrechner. Ist es verwunderlich? Sie haben meist gar nicht gelernt, einfach ein Komma nach links zu versetzen. Wenn ohne Korrektur nach Gehör geschrieben wird, dann ist Kopfrechnen wahrscheinlich auch nicht mehr wichtig. Die jungen Menschen haben in der Schule nicht gelernt zu lernen. Wir sollten alles dafür tun, dass sie das beherrschen, sonst bleibt die Forderung nach lebenslangem Lernen nur hohles Geschwätz.

Ich würde mich sehr freuen, wenn die Idee der Ausbildungsgenossenschaften mehr Zuspruch erfährt. Wenn Sie schon selber Erfahrungen gemacht haben, bitte ich Sie um Kontakt zum Austausch.

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