Geschäftsentwicklung Archive - Peter Gress

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Komm ins Tun!

 

Jeder von uns muss Wichtiges überdenken und umsetzen. Strategie, Planung,  Innovation und neue Geschäftsmodelle sind komplexe Themen und der Lösungsansatz ist meist nicht klar ersichtlich. Ich nutze eine zutiefst schwäbische, weil kostenlose Version der MindMapping Software SimpleMind Lite, um die Komplexität eines Problems aufzubrechen und es für Lösungsansätze fassbar zu machen. Daraus ergeben sich überschaubare Aufgaben die ich, wenn notwendig, mit dem Eisenhower-Prinzip löse. Das ist ein sehr übersichtliches Tool mit vier Quadraten. Ins erste Quadrat trage ich Dringendes und Wichtiges ein, im zweiten das Wichtige, aber nicht Dringende. Im dritten Quadrat steh das Dringende, aber Unwichtige und im vierten Quadrat steht alles was delegiert oder vernachlässigt werden kann. Hauptsächlich kümmere ich mich um Quadrat zwei, denn wenn ich hier vorausschauend und sauber arbeite muss ich mich nicht so oft ums erste Quadrat kümmern.

Der Tag hat 24 Stunden

Wichtig ist, dass wir nicht nur über Lösungen reden, sondern handeln und die Lösungen aktiv schaffen. Es ist immer besser zu agieren als auf Druck reagieren zu müssen. Wie kriegen wir es hin, dass aus „Ich sollte mal“ konsequent „Das mache ich jetzt“ wird? Der Tag hat 24 Stunden, die Woche sieben Tage und uns steht die Arbeit bis zu den Ohren. Das ist ein gutes Zeichen dafür, dass es geschäftlich läuft. Das ist das Zeichen dafür, dass wir vieles richtig gemacht haben. Unsere Aufgabe besteht nun darin, unsere  Zeit so einzuteilen, dass für das Wichtige immer Zeit ist und das Notwendige erledigt wird (was ihr übrigens nicht unbedingt selber machen müsst, delegiert es). Wer im Tagesgeschäft feststeckt hat es oft schwer den Blick für das Wichtige zu schärfen. Das ist das dauerhafte Problem eines Kleinunternehmers . Es gibt immer mehr zu erledigen als Zeit vorhanden ist. Wir wissen das, und trotzdem müssen wir es schaffen, uns Zeit für die wichtigen Dinge des Unternehmerlebens freizuschaufeln. Preise, neue Dienstleistungen, Schulungsplan fürs nächste Jahr, Jahresplanung, Steuer, Rücklagenmanagement, BWA, Teammeeting, Mitarbeitergespräche, Marketingplan – die Liste können Sie selber problemlos verlängern. Setzen Sie deshalb jetzt auf eine konsequenten Planung Ihrer Bürotätigkeit.

Eine kleine Geschichte

Dazu will ich Ihnen eine kleine Geschichte erzählen. Als ich nach meiner fachlichen Reisezeit Anfang der Achtziger Jahre aus USA zurück gekommen bin hatte ich keinen Plan wohin die Reise in Deutschland gehen soll. Ich habe mich ein paar Wochen lang durchgewurstelt, aber die Beine nicht richtig auf den Boden bekommen. Ich dachte an einen psychischen Defekt und habe einen Psychologen konsultiert. Der war ziemlich cool und sagte mir nach einem Gespräch: „Was Sie brauchen ist keine Behandlung, Sie brauchen Struktur im Leben. Kaufen Sie sich einen Terminplaner und bringen Sie Organisation in ihr Leben.“ Baff!  Na ja, denke ich, wenn es so einfach ist… War es aber leider nicht, denn Routinen zu verändern ist aufwändig und braucht Konsequenz.

Die Engpasskonzentrierte Strategie (EKS)

Mit zunehmender Unternehmensgröße habe ich meine Bürostunden sukzessive erweitert. Meine Aufgabe war umrissen mit: “Finde einen neuen strategischen Ansatz” – dafür habe ich ein System gesucht. Prof. Dr. Nils Herda erzählte mir über die Engpasskonzentrierte Strategie, abgekürzt EKS. Von der EKS hatte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nie gehört, trotzdem ich habe das achttägige Seminar bei Dr. Kerstin Friedrich gebucht und das war ein Volltreffer. Die EKS hat mich angefixt. Ich wusste instinktiv: Das ist es! Übrigens: Ihr könnt euch gerne den kostenlosen Mini-Strategie Kurs auf der Startseite meiner Webseite holen.

Mit der Engpasskonzentrierten Strategie habe ich eine Basis geschaffen, um mein Unternehmen neu aufzustellen. Nun konnte ich meinen Betrieb einem Check unterziehen, eine passende Strategie erarbeiten, und die notwendigen Änderungen planen und  sukzessive umsetzen. Kennzahlen und Digitales Marketing folgten als unverzichtbare Themen von ganz alleine. Und ja, mittlerweile ist mir klar geworden, dass wir uns auch viel intensiver und zielstrebiger um Vertrieb und Verkauf kümmern müssen. Ideen zu finden und Konzepte zu erarbeiten war relativ einfach. Mein eigenes Mindset umzuprogrammieren war schon eine schwierige Aufgabe, die Denke der Mitarbeiter zu verändern ist eine noch größere Herausforderung. Denkroutinen sind echt mächtig, sie lassen sich nicht so mir nichts, Dir nichts durch neue Routinen ersetzen. „Ich sollte, müsste, könnte…“ muss zu „Jetzt sofort machen!“ werden, das ist das wichtigste Ziel der eigenen Umprogrammierung.

Der Impuls zur Veränderung muss stark sein, und den müssen Sie gegen Ihren inneren Schweinehund verteidigen bis aufs Blut. Trotzdem wir wissen, dass es wichtig ist, torpedieren wir unseren Impuls mit Aussagen wie: „Ich bin noch nicht so weit.“ „Ich muss das noch einmal überdenken.“ „Ich muss mir noch Tipps von anderen holen“  oder der Klassiker“ „Hab’ grad keine Zeit.“ Manche Menschen zögern so lange, bis von dem verändernden Impuls nichts mehr übrig ist und sie das Projekt tot geplant haben. Chance vertan. Das war’s!

Tragen Sie Ihre Bürotermine fix im Terminkalender ein. Machen Sie das konsequent, denn tun Sie es nicht, verläuft sich der Jour Fixe innerhalb kürzester Zeit. Machen Sie sich fürs Büro eine Agenda die Sie gezielt abarbeiten. Immer wieder stelle ich fest, dass eine schlechte Vorbereitung die Effektivität der Bürostunden immens reduziert. Wenn Sie keine klare Aufgabenstellung haben, laufen Sie Gefahr, sich in unwichtigem Kleinkram zu verlieren und das Wichtige nicht zu erledigen. Ich habe mir angewöhnt, alle Aufgaben anhand von MindMaps durchsichtig zu machen. Hier schreibe ich wild hinein was mir zu verschiedenen Punkten einfällt, strukturiert wird später. Und wenn Sie lieber mit Post-its arbeiten, unterbrechen Sie niemals den Gedankenfluss, hauen Sie alles so raus wie es Ihnen in den Sinn kommt. Achten Sie weder auf Struktur noch auf Schreibfehler, das ist überhaupt nicht wichtig wenn die Ideen grade kommen. Während des kreativen Prozesses schon zu strukturieren und auf Rechtschreibung zu achten ist kontraproduktiv. Schreiben Sie Stakkato-Sätzen oder nur in Stichworten. Leeren Sie Ihren Kopf und gewichten Sie später.

Ihnen schöne Herbsttage und gute Weihnachtsgeschäfte.

Bleiben Sie gesund und bleiben Sie erfolgreich.

Ihr Peter Gress

Urknall in der Birne

Es ist amtlich: Mein Hirn ist kein Dateisystem

So hätte es enden können (Text für den Friseur abgewandelt):

“Achtung! Eine Anmerkung zur DSGVO: In unserem Friseurbetrieb fragen wir Sie nach dem Namen und wir notieren uns, welche Dienstleistungen Sie bekommen und welche Farbrezepturen wir verwendet haben. Bisher hat uns das geholfen, Sie umfassend zu betreuen.  Wenn Ihnen das zukünftig nicht mehr recht ist, rufen Sie bitte beim Betreten unseres Salon laut und deutlich: ICH BIN NICHT EINVERSTANDEN!!! Wir werden dann zukünftig so tun, als würden wir Sie nicht kennen.”

Die Lösung

Mit der Einführung der DSGVO ist es amtlich: Mein Friseur-Gehirn ist kein Dateisystem im Sinne der DSGVO. Ich bin sehr, sehr froh, dass das geklärt ist! Ich darf meine Kunden auch nach dem 25. Mai 2018 in aller Öffentlichkeit mit Namen begrüßen, so wie sich das nach alter Väter Sitte gehört. Wer den Namen seiner Kunden kennt, darf sie auch weiterhin in der Öffentlichkeit aussprechen. Toll! Ich darf ganz offiziell höflich sein, ohne Strafe fürchten zu müssen. Genial. Ich bin sehr dankbar!

Die skurrilen Auswüchse der DSGVO

 

 

 

 

Straßenmusikerin in LondonStraßenmusikerin in London

Heute Morgen im Morgenmagazin

Zwei Themen sind mit heute Morgen im Morgenmagazin aufgefallen. Das eine, weil es beschämend ist, das andere, wie es zeigt, wie weit die digitale Transformation in anderen Ländern, in diesem Fall in London, UK, fortgeschritten ist.

1. Breitbandausbau in Deutschland

Hans Peter Meidinger, Präsident des deutschen Lehrerverbandes, war heute Morgen, Donnerstag, 14.6.2018, im Interview bei Sven Lorig. Dem Interview voraus gegangen war ein Bericht aus einer sächsischen Schule. Dort versuchten Schüler im Computerraum Informationen aus dem Internet abzufragen. Bei 1.4 MBit etwa so spannend wie ein Schneckenrennen. Die meiste Zeit ging fürs Warten auf die Seiten drauf, so sie denn überhaupt kamen.

Meidinger wurde gefragt, wieso er kritisiere, dass die Bundesregierung 5 Mrd. Euro für den Breitbandausbau bereit gestellt habe. Er entgegnete, dass er nicht die Bereitstellung kritisiere, sondern die verschleppte Auszahlung des Gelds. Die Schulen und Lehrer warten seit geschlagenen zwei Jahren auf das bereit gestellte Geld, aber es kommt nicht. Das heißt, das Geld ist bereits bewilligt, aber niemand kann sagen, warum es nicht ausbezahlt wird.

Fazit: Wenn schon bereit gestelltes Geld nicht eingesetzt werden kann, dann will ich lieber nicht wissen, wie lange es dauern wird, bis Geld für den Ausbau in der gesamten Bundesrepublik fließt. Da wird zwar darüber geredet, aber ob das Geld dann auch rechtzeitig fließt? Wahrscheinlich fließt es dann, wenn keine Zukunftstechnologie mehr in Deutschland für den Weiterbestand des deutschen Wohlstandes bereit steht. Diese Technologien sind dann dort im Einsatz, wo sie auch funktionieren können.

 

2. Straßenkünstler nehmen Kartenzahlungen an

Ebenfalls ein Beitrag im Morgenmagazin. Der folgte, wahrscheinlich absichtlich, dem Meidinger-Beitrag. Eine Straßensängerin hat in den letzten Monaten festgestellt, dass immer weniger Passanten Münzen und Scheine in ihren Gitarrenkoffer geworfen haben. Dazu muss man wissen: Sie bestreitet 70 Prozent ihres Einkommens mit der Straßenmusik. Also hat sie sich ein NFC-fähiges mobiles Terminal angeschafft, mit dem ihr Passanten Geld spenden können. Du gehst hin, hältst Deine Karte an den Reader, bestätigst die Zahlung und gut ist’s. Nun lebt sie wieder auf dem gleichen Einkommensniveau wie vor einigen Monaten.

Richtig lustig wurde es zum Schluss: Der Sprecher sagte, sie würde im Sommer eine Deutschland-Tour machen und auch dort auf der Straße spielen. Sie wolle natürlich ihr NFC-Terminal mitbringen, aber sie habe schon gehört, das werde sie in Deutschland wohl nicht brauchen.

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