Was ich gerne in der Ausbildung voran bringen möchte

Business man at work in his office

Business man at work in his office

Mein wichtigstes Ziel ist es, die Azubis mit dem Great Game of Business schon zu Beginn der Ausbildung in die Zahlenwelt eines Unternehmens einzuführen. Dies in ganz langsamen Schritten, damit die jungen Menschen ein Gefühl dafür entwickelt warum ein Unternehmen handelt wie es handelt. Mit welchen Dienstleistungen wird wie viel Umsatz gemacht (Schlüsselumsätze) und für was wird das Geld wieder ausgegeben (Schlüsselkosten). Dies unterstützt meine Einstellung, dass jeder Mensch im Arbeitsprozess wissen will warum er tut, was er tut und für welche Ziele er das tut. Jeder Mensch, so jung er auch ist, will den Sinn in dem sehen was er jeden Tag macht. Mit dem spielerischen Ansatz des Great Game of Business gelingt das ganz gut, solange die Erklärung einen Bezug zum täglichen Geschäftsleben hat.

Diesen Bezug stellen wir über neun Umsatz- und fünf Kostenbenchmarks her. Mit den Umsatzbenchmarks zeigen wir jedem Azubi die Möglichkeit auf, wie er zum Erfolg des Unternehmens beitragen kann. Manche Benchmark kann ein Azubi erst später in der Ausbildung bewerten, andere sind von Anfang an wichtig, wie beispielsweise der Bestandskunden- und Neukundenrücklauf. Mit einem eigens entwickelten Ablauf der Begrüßung, der (anteiligen) Beratung, (anteiliger) technischer Ausführung bis hin zur Verabschiedung zeigen wir auf, dass Freundlichkeit, Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, das fachbezogene Gespräch und der Wille zur qualitativ hochwertigen handwerklichen Leistung auch für die Jüngsten im Team wichtig sind.

Alle Benchmarks werden durch sogenannte Mini-Games innerhalb des Great Game of Business thematisiert. So gibt es für die Benchmark Teamkonstanz (70 Prozent von Jahr zu Jahr) Spiele zum besseren gegenseitigen Verständnis. Rituale der Wertschätzung helfen hier zusätzlich, um ein Gefühl dafür zu schaffen, dass jeder Einzelne die Funktion des Teams beeinflussen kann. Die Mini-Games bringen Klarheit in unsere Unternehmenswerte, weil wir die Jungen mit den Games dazu anhalten, diese Werte zu überdenken, zu reflektieren und sie auf die Dauer zu adaptieren. Im Kostenbereich spielen wir ein Dauerspiel namens „Rohstoffnutzung“ mittels der optimalen Nutzung der Haarfarben-Tubeninhalte. Jedes Gramm Haarfarbe das in der Tube verbleibt beeinflusst die Benchmark Wareneinsatz (6 Prozent) im Positiven wie im Negativen.

Ein weiteres Ziel des Great Game of Business ist die Ausgestaltung von optimierten Prozessen in allen Unternehmensbereichen. Auszubildende müssen verstehen, dass hinter allen Abläufen Prozesse stehen, von denen sie selbst ein Teil sind. Alle Prozesse dienen der Erhöhung des Kundenwohlgefühls. Ich will klar machen, dass alles Dienstleistungen und Produkt von Menschen für Menschen gemacht sind. Meine Auszubildenden sollen lernen, dass sie andere Menschen nicht als Objekte behandeln, die sie nach Belieben hin und her schieben können, sondern sie als gleichwertige selbstbestimmte Subjekte wahrnehmen.

Dieser Anspruch bedingt schon weit im Vorfeld, dass wir die jungen Menschen aus (und trotz) der immer spärlich werdender Anzahl heraus picken müssen, die diesem Anspruch gerecht werden können. Wenn unser Friseurhandwerk schon ein recht negatives Bild in der Öffentlichkeit abgibt will ich mit meinem Unternehmen einen Teil dazu beitragen, dass das Ansehen des Berufsstandes zukünftig wieder steigt. Der Ansatz der Privaten Dualen Ausbildung war en sehr guter, leider ist uns diese Möglichkeit genommen worden, weil von den drei verfügbaren Schulen in Deutschland eine insolvent ging, die zweite eine 12-monatige Kurzausbildung favorisiert (was ich auf keinen Fall jemals mittragen will) und die dritte von einem Frisuer-Industriepartner aufgekauft wurde mit dem wir keine Geschäftsbeziehung pflegen. Ich wollte mich zwar nie mit der Gründung einer Ausbildungsschule beschäftigen, muss den Gedanken aber nun doch in Erwägung ziehen. Es wäre eine Herausforderung für die Betriebe der Initiative für Ausbildung Friseure sich hier einzuklinken.

Nicht nur fachliches, sondern auch geistiges Wachstum ist mein Ziel für meine Mitarbeiter. Ich merke sehr positiv, dass, wenn ich Vertrauen in die jungen Menschen setze, dieses Vertrauen in den überwiegenden Fällen nicht enttäuscht wird. Passiert es doch einmal muss ich das eben hinnehmen und mich von dem Azubi trennen. Es trifft mich zwar wenn es daneben geht, aber je klarer ich sehe, dass ich auf dem richtigen Weg bin, desto besser kann ich einzelne Ausfälle verschmerzen.

Das Great Game of Business ist ein im Friseurberuf noch nie versuchter Weg der Mitarbeiterführung. Wir setzen hier weltweit die Standards was mich sehr stolz macht. Fehler die auf dem Weg der Einführung passieren, passieren meist, weil ich mich nicht schnell genug von meinen alten Verhaltensweisen lösen kann. Deshalb setze ich konsequenterweise eine Mitarbeiterin ein die das Great Game verantwortlich mit den Mitarbeitern umsetzt. Meine Aufgabe ist das Finanztraining, die Erklärung der Zusammenhänge von Leistung und Zahlen. Entgegen der Annahme vieler Unternehmer und Ausbilder ist das Great Game of Business keine Zahlenpresse mit der das letzte Quentchen Leistung aus den Mitarbeitern herausgequetscht werden soll. Im Great Game findet nicht nur jeder Mitarbeiter, sondern auch der jüngste Azubi, seine stärksten Seiten über die er anerkannt wird und mit denen er arbeiten kann. Er tut dies im großen Zusammenhang und das ist das Novum dabei. Auch die ganz jungen Auszubildenden sind in der Lage die großen Zusammenhänge zu erahnen. Meine Aufgabe sehe ich darin, sie an das Verständnis für das Große und Ganze heranzuführen.

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